PETER RIEDLINGER FOTOGRAFIE


Nichtorte, Orte.

Peter Riedlinger, Beitrag: Hero City zur Ausstellung

Nichtorte, Orte. Sammlungsausstellung 2009, GfZK Leipzig

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»Nichtorte, Orte. Sammlungsausstellung 2009« 07.02.2009 – 10.01.2010 Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig (DE)

mit Werken von: Azra Akšamija, Sibylle Bergemann, Joachim Brohm, Jan Brokof, Zdenko Bužek, Nathan Coley, Till Exit, Arno Fischer, Günther Förg, Eberhard Havekost, Werner Heldt, Margret Hoppe, Ilya Kabakov, Johanna Kandl, Mischa Kuball, Dorit Margreiter, Verena Landau, Hanno Otten, Blinky Palermo, Helga Paris, Inken Reinert, Peter Riedlinger, Merle Saß, Michael Scheffer, Thomas Struth, Slaven Tolj, Rebecca Wilton 
Als Dokumentation: Zdenko Bužek, Till Exit, Ian Hamilton Finlay, Jenny Holzer, Šejla Kameric, Olaf Nicolai, Ross Sinclair

kuratiert von Conny Dietrich und Heidi Stecker

Nichtorte, Orte< macht über eine europäische Perspektive auf künstlerische Positionen aufmerksam, die kritisch ihre Umwelt und historische Ereignisse hinterfragen sowie Auswirkungen von Wandlungsprozessen untersuchen. Die GfZK arbeitet von Beginn an mit vielen KünstlerInnen, die sich aus ihrer Perspektive mit der deutschen bzw. der europäischen und insbesondere der mittel-, ost- und südosteuropäischen Geschichte beschäftigen. Und aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte sowie ihres Ausstellungsprofils spiegelt sich der politische Umbruch 1989 in Mittelost-, Ost- und Südosteuropa in zahlreichen Werken der Sammlung der GfZK wider. Viele Arbeiten beziehen sich auf Orte – Landschaften, Städte, Gebäude, Straßen, Plätze und Denkmäler – und damit verbundene Ereignisse und Prozesse, die neuere und aktuelle deutsche und europäische Geschichte und Gegenwart berühren. Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf Karl Schlögel: >Wir haben vor unseren Augen sogar Nichtorte, Orte, die wieder verschwunden, untergegangen sind, von denen nichts geblieben ist außer der Erinnerung an sie.< (in: Im Raume lesen wir die Zeit. München 2003, S. 71).

Für >Nichtorte, Orte< wurden Werke ausgewählt, in denen sich aktuelle künstlerische und gesellschaftliche Diskussionen bündeln, wie die Nutzungs- und Wahrnehmungsänderungen von Orten, Plätzen und Gebäuden sowie die Auseinandersetzung mit den ideellen, künstlerischen und baulichen Hinterlassenschaften der DDR und anderer Staaten des ehemaligen so genannten Ostblocks. Es werden Werke präsentiert, die auf alte und neue Denkmalskonzepte sowie auf traditionelle bildkünstlerische Gattungen und Genres wie das Wandbild im öffentlichen Raum oder das Schlachtenbild verweisen. Sie rufen Orte wie Berlin, Dubrovnik, Erfurt, Frankfurt a. M., Auschwitz, Halle a. S., Hradec Králové (Königgrätz), Sarajevo und Zagreb auf. Einen Schwerpunkt bildet Leipzig, wo die Diskussionen über Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Stadt u.a. an den städtebaulichen Änderungen am Augustusplatz und am Brühl kulminieren.

Mehrere Ebenen und Vermittlungsangebote wie das Ausstellungsdisplay, eine publizistische Wegeführung – das ITINERAR -, der Katalog im Rahmen des Sammlungskataloges der GfZK, Veranstaltungen und der Audioguide – die >Tonführung III< – verknüpfen die künstlerischen Positionen mit gesellschaftspolitischen Fragen. Sie verbinden diskursiv Orte, Nichtorte, ihre Geschichte und Gegenwart, politische Ereignisse und gegenwärtige Erfahrungen.


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